Einzelgespräche:
Die Einzelgespräche dienen der Herstellung und Fortführung einer stabilen Betreuungsbeziehung zur Identitätsfindung und Entwicklung sozialer Kompetenzen. Sie bieten Raum für die Auseinandersetzung mit sich und der gegenwärtigen Lebenssituation und der Suche nach tragfähigen Problemlösungen.
Monatlich durchgeführte Bilanzgespräche ermöglichen den Betreuten eine kontinuierliche Überprüfung ihres Standortes in Bezug auf die im Hilfeplan und dem Betreuungsvertrag formulierten Entwicklungsschritte.In den Einzelgesprächen werden weiterhin die Hilfeplangespräche vor- und nachbereitet.
Begleitung:
Die Bezugsbetreuer/Innen begleiten die Betreuten in Situationen, die diese allein überfordern oder die angstbesetzt sind, z.B. zu Behörden, zu Gesprächen mit Lehrer/Innen/Ausbilder/Innen oder anfangs in Selbsthilfegruppen. Sie begleiten die Betreuten z. B. bei Busfahrten oder zu öffentlichen Veranstaltungen, wenn diese Ängste vor Situationen mit vielen Menschen haben und bereit sind schrittweise zu üben sich diesen zu stellen.
Finanzen:
Die Bezugsbetreuer/Innen verwalten gemeinsam mit den Betreuten ihre monatlichen Gelder, die zunächst von der Einrichtung ausgezahlt werden. Feste Posten werden ermittelt und zu abgesprochen Terminen ausgezahlt. (Strom/Telefon/Bekleidung/der monatliche Bedarf für Lebensmittel, Hygiene etc.) Ziel der Finanzbetreuung ist die eigenständige Verwaltung des Geldes über ein eigenes Konto, das in angemessenen Schritten angesteuert wird.
Schule / Ausbildung / Arbeit:
Die Bezugsbetreuer/Innen wirken darauf hin, daß die Betreuten eine eigene Tagesstrukturierung entwickeln und die Schul-/ Arbeitszeiten einhalten können.Sie helfen bei Berufsorientierung unter Inanspruchnahme der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters Jugend.
Sie vermitteln und begleiten ggf. den Besuch von geeigneten Schulformen, Arbeitstrainingsangeboten, Ausbildungen, Praktika oder Arbeitsstellen. Sie stehen in enger Zusammenarbeit mit Lehrer/Innen oder Ausbilder/Innen. Sie vermitteln bei Bedarf eine gezielte Nachhilfe.Ein tagesstrukturierendes Training kann bei Bedarf vereinbart werden.
Behörden:
Die Bezugsbetreuer/Innen sind bei der Abwicklung aller Behördenangelegenheiten behilflich. Die Betreuten werden in die Verantwortlichkeit einbezogen und sollen zunehmend eigene Kompetenzen für das Lesen von Behördenbriefen, das Ausfüllen von Formularen und die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung entwickeln.
Wohnungen / Haushaltsführung:
Die Mitarbeiter/Innen von W&B haben einen Schlüssel zu den Wohnungen der Betreuten Sie haben das Recht, die Wohnungen jederzeit zu betreten. Sie leiten zu einer eigenverantwortlichen Haushaltsführung an, geben Hilfen im lebenspraktischen Bereich. Sie planen und begleiten z. B. Einkäufe und vermitteln ggf. Putztechniken, die Bedienung einer Waschmaschine und üben bei Bedarf Kochen.
Hygiene / Ärztliche Versorgung:
Die Bezugsbetreuer/Innen leiten zu verantwortlichem Umgang mit der eigenen Gesundheit an. Sie verhelfen zu einer angemessenen ärztlichen Betreuung durch Allgemein- oder Fachärzten.
Sie helfen bei Bedarf bei der Suche nach einem geeigneten Therapieangebot. Ggf. findet in einer Übergangsphase zu Beginn der Betreuung oder in einer schweren Krise die Betreuung in einer psychiatrischen Klinik statt.Sie arbeiten bei Bedarf möglichst eng mit Ärzten und Therapeuten zusammen.
Eltern:
Die Bezugsbetreuer/Innen unterstützen die Betreuten bei der inneren Auseinandersetzung mit ihren Eltern und anderen Bezugspersonen. Wenn es möglich ist, fördern sie den regelmäßigen Kontakt zu diesen oder begleiten ihre Betreuten bei diesen Kontakten. Wenn es sinnvoll erscheint, können Betreute und ihre Bezugspersonen Familiengespräche mit einer ausgebildeten Beraterin aus der Einrichtung führen.
Soziale Kontakte/ Freizeit:
Zur Förderung sozialer Kontakte zu Gleichaltrigen und zur Strukturierung des Alltags stellen wir von Montag bis Freitag tagsüber ein offenes Angebot für alle zur Verfügung.Feste Gruppenaktivitäten finden in der Regel zwischen 19:00 und 21:00 statt. Die Inhalte wechseln und nutzen teils die Möglichkeiten der Innenstadtlage, z.B. Paddeln, Billard, Theaterbesuche oder ein Besuch im nahegelegenen Badeparadies, teils finden sie in der Einrichtung statt, z.B. Kochen, Spielabende, Seidenmalerei. Die Inhalte werden von den Betreuten mitbestimmt.
Ziel einer Gruppenunternehmung kann auch das Kennenlernen wichtiger sozialer Einrichtungen in Göttingen sein.
Samstags gibt es ein gemeinsames Frühstück.
In den einzelnen Wohneinheiten finden "WG-Besprechungen" statt, in denen gemeinschaftliche Probleme oder Themen erörtert werden.Die Erfahrungen in den Gruppen können, wenn sie stark angst besetzt sind, mit den Bezugsbetreuer/Innen vor- und nach besprochen werden. Die Vielzahl der Angebote bietet die Chance, eigene Freizeitinteressen zu entwickeln und eigenständig die vielfältigen Angebote einer Universitätsstadt zu nutzen, wobei anfangs Begleitung durch die Bezugsbetreuer/Innen möglich ist.
Ferienmaßnahmen:
In den Schulferien werden mehrtägige Sommer- und Winterfreizeiten angeboten. Dies können nach Interessen und Vorlieben der Betreuten sowohl eine Skifreizeit als auch ein Badeurlaub sein. Im Laufe des Jahres unternehmen wir Tagesausflüge u. a. in den Heidepark, Weihnachtsmarktbesuch, Zoo Hannover, Bärenpark Worbis, Sababurg, Documenta Kassel und Fußballspiele in Hannover.
Vernetzung:
Die Bezugsbetreuer/Innen stehen in regelmäßigem Kontakt mit den externen Helfer/Innen der Betreuten wie Lehrer/Innen, Ärzten, Therapeuten etc. Die Situation der Betreuten und die Vorgaben im Hilfeplan bestimmen die Intensität der Zusammenarbeit. Eine enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jugendamt ist, insbesondere bei schwierigen Betreuungsverläufen, selbstverständlich. Bei Bedarf wird zu Beginn der Betreuung eine Schuldenregulierung mit Hilfe einer Göttinger Schuldnerberatungsstelle vermittelt.
Hilfepläne:
Die Bezugsbetreuer/Innen wirken an der Erstellung und Fortschreibung der Hilfepläne mit und bereiten diese mit den Betreuten vor- und nach.
Maßnahmen der Qualitätsentwicklung:
- wöchentliche Fallbesprechung
- Dokumentation des Betreuungsverlaufs
- Erstellen von Entwicklungsberichten
- regelmäßige Fallbesprechungen im Team, tägliche Übergabegespräche
- externe Supervision, kollegiale Beratung
- Teilnahmemöglichkeit aller Mitarbeiter/Innen an Fortbildungen
- regelmäßige Zukunftswerkstatt mit einer externen Moderation
Präsenzbereitschaft:
An den Wochentagen ist in der Zeit von 9:00 bis 22:00, samstags von 11:00 bis 13:00 und sonntags von 19:00-21:00 in der Regel ein(e) Mitarbeiter/In für akute Belange ansprechbar.
Rufbereitschaft:
In den Zeiten, in denen kein(e) Mitarbeiter/In präsent ist, besteht eine Rufbereitschaft.
Info- und Aufnahmegespräche:
Bei Aufnahmeanfragen führen Mitarbeiter/Innen zunächst unter Teilnahme des zuständigen Jugendamtes ein Informationsgespräch, in dem die Einrichtung vorgestellt wird. Wenn weiterhin Interesse an einer Aufnahme besteht, werden möglichst umfassende Informationen von und über den Interessenten gesammelt.
Wenn dem Team eine Aufnahme sinnvoll erscheint, werden in einem Aufnahmegespräch individuelle Betreuungsbedingungen festgelegt und in einem Betreuungsvertrag vereinbart.
Die Teilnahme nahestehender Personen oder des Personals der vorher betreuenden Einrichtung oder Klinik ist bei den Gesprächen erwünscht.
Die Interessenten haben die Möglichkeit, sich durch Besuche oder Teilnahmen an Gruppenunternehmungen ein Bild von der Einrichtung zu machen.
Ein Probewohnen kann vereinbart werden.
|